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In den letzten Monaten habe ich vier sehr schöne Kinderfilme gesehen, die sich auf fesselnde, dennoch kindgerechte Art und Weise der Einzigartigkeit unserer bedrohten Natur und den Tieren, die in ihr leben, annähern: es geht aber auch um Einsamkeit, Freundschaft, menschliche Werte und Herausforderungen, wie etwa Verantwortung zu übernehmen... <--break->Die Freundschaften zischen kleinen Mädchen und Wildgänseküken, einem Falkenjungen und einer Wolfsfamilie werden wunderschön inszeniert; in dem Film Mondscheinkinder geht es um chronische Krankheit und Tod; jedoch behutsam, liebevoll und verspielt: Hier führt die Kraft der Phantasie dazu, ein trauriges Schicksal lebenswert zu machen.

Amy und die Wildgänse (Kanada, 1996)

Amy und die Wildgänse (Originaltitel Fly Away Home) ist ein 1995/1996 in Kanada gedrehter Spielfilm über die Migration von Kanadagänsen. Der Film basiert auf der wahren Geschichte von William Lishman, einem kanadischen Erfinder, der erstmals Kanadagänse mit seinem Ultraleichtflugzeug in den Süden geführt hat. Die 13-jährige Amy wird nach dem Unfalltod ihrer in Neuseeland lebenden Mutter von ihrem Vater nach Kanada auf dessen Farm geholt. Da sie jedoch fast keine emotionale Beziehung zu ihrem Vater hat, von dem sich die Mutter schon lange zuvor getrennt hatte, findet sie sich nur schwer in ihr vollkommen verändertes Leben und in die neue Umgebung ein. Sie vermisst ihre Freunde und ihre Mutter, findet jedoch schnell in der neuen Lebensgefährtin ihres Vaters eine Freundin. Ihr Vater ist, genau wie ihre Mutter, ein Künstler und verdient sein Geld mit Skulpturen und Erfindungen.
Auf ihren Streifzügen durch die Umgebung entdeckt Amy eines Tages in einem gerodeten Waldstück das verwaiste Gelege einer Kanadagans. Sie brütet die Eier in einer Schublade aus und zieht schließlich 16 junge Gänse auf. Die Vögel, auf Amy geprägt, betrachten sie als Mutter und folgen ihr überallhin. Es zeichnet sich daraufhin ein Streit mit einem Mitarbeiter der Naturschutzbehörde ab, der den Gänsen die Flügel stutzen will, um sie am Fliegen zu hindern... (Wikipedia)

Katja und der Falke (Italien, 1999)

Auf mehreren Festivals ausgezeichnet, thematisiert Lars Hesselholdts Film kindliche Tierliebe am Beispiel einer 9-jährigen Außenseiterin, die sich von ihren Schulkameraden unverstanden und von ihren überlasteten Eltern vernachlässigt fühlt. Keinen plüschigen Welpen, kein niedliches Kätzchen stellt der Regisseur seiner kleinen Heldin zur Seite, sondern einen eher kuschel-unfreundlichen Raubvogel. Wie ein Falke auf der Suche nach einem geeigneten Territorium ist Katja auf der Suche nach Heimat in ihrem Leben. Und weil ein Umweg manchmal der direkteste Weg ist, muss sie erst bis nach Italien fahren und durch vier Jungs lernen, was Freundschaft und Familie bedeutet. Gedreht an Originalschauplätzen in Dänemark und Italien gelingt dem Regisseur ein ebenso anrührender wie anspruchsvoller Kinderfilm, der von der Kraft einer wunderbaren Freundschaft über alle Sprachbarrieren hinweg erzählt. Hier wird eine klare pädagogische Absicht einmal nicht mit Kindern in den Mund gelegten, meistens schlechten Dialogen zerredet und als Appell an Toleranz und Völkerverständigung exemplarisch bebildert, sondern ganz unmittelbar emphatisch nacherlebt und fühlbar gemacht. (Holger Twele, Kinder- und JugendFilmKorrespondenz 82-2/2000)

Kim und die Wölfe (Norwegen, 2003)

Das Mädchen Kim ist eine leidenschaftliche Kletterin. Ihr Vater war der erste, der die Ostwand als Zwölfjähriger bezwungen hat. Dieses möchte Kim ihm gleichtun. Ihre Mutter, mit der Kim alleine lebt, ist davon überhaupt nicht begeistert, da Kims Vater von ebendieser Ostwand tödlich abgestürzt ist, als Kim noch klein war. Die Mutter ist ohnehin mehr mit Männerbekanntschaften beschäftigt als mit der Erziehung ihrer Tochter. Durch Missverständnisse kommt es dazu, das Kim in den Ferien plötzlich alleine ist. Also beschließt sie, sich auf die Bergtour zu begeben.
Bei Klettern in der Ostwand stürzt Kim ab und bleibt bewusstlos liegen. Als sie schließlich wieder wach wird, kann sie sich mühsam in eine verfallene Hütte schleppen, wo sie wieder erschöpft zusammenbricht. Dort wird sie von einer Wölfin gefunden. Die Wölfin hat nur noch ein Junges, da die anderen von norwegischen Schäfern erschossen wurden.
Die Wölfin nimmt selbstverständlich Kim wie ihr eigenes Kind auf und versorgt sie, bis es Kim wieder gut geht. Hier bekommt Kim die Mutterliebe, die ihr bei ihrer eigenen Mutter fehlt. Kim flüchtet zunächst vor der Wölfin, da diese sie nicht mehr weglassen wollte. Die Erwachsenen zeigen für ihre Zuneigung zu den Wölfen überhaupt kein Verständnis. In den Medien werden die Wölfe als gefährliche Bestien aufgebauscht, und es wird die Jagd auf die Wölfe eröffnet.
Dies versucht Kim zu verhindern und schließt sich erneut der Wölfin mit ihrem Jungen an. Nach einigen dramatischen Zwischenfällen - unter anderem muss Kim wieder in der Ostwand zusammen mit den Wölfen klettern, was ihr diesmal auch gelingt - kann Kim die Wölfe über die Grenze nach Schweden bringen. In Schweden ist die Jagd auf Wölfe verboten. Und auch die Beziehung zwischen Kim und ihrer richtigen Mutter verbessert sich spürbar durch die dramatischen Geschehnisse.

Mondscheinkinder (Deutschland, 2006)

Paul ist das titelgebende Mondscheinkind. Eine unheilbare Krankheit führt dazu, dass er sich nicht dem Sonnenlicht aussetzen darf. Dadurch wird nicht nur das Leben des Sechsjährigen, sondern auch das der Familie, insbesondere der doppelt so alten Schwester Lisa dominiert. Jeden Tag verbringen die beiden zusammen und erleben in ihrer Fantasie Abenteuer. Paul irrt als verschollener Weltraumkapitän durchs Weltall, Lisa stellt die ihn begleitende Wissenschaftlerin dar.
Zusätzlich verkompliziert wird Lisas Leben durch Simon, in den sich das Mädchen verliebt. Paul bemerkt, dass seine Schwester ihre Aufmerksamkeit nicht mehr allein ihm schenkt. Zugleich verschlechtert sich der Zustand des Jungen, sodass Lisa sich überfordert fühlt, ihre erste Liebe und die Sorge um ihren Bruder zu vereinen.

„Ein einfühlsamer Film über Liebe, Leben und Verantwortung, der in erster Linie Kinder und Jugendliche anspricht; bildstark inszeniert, gut gespielt, poetisch in den Realszenen und märchenhaft in den zahlreichen Animationssequenzen der Weltraum-Traumwelt.“
– Lexikon des Internationalen Films

„Mit der feinfühligen Erzählung einer ersten Liebe im Schatten einer unheilbaren Krankheit kann endlich wieder ein Kinderfilm aus Deutschland den nordischen Vorbildern das Wasser reichen. Dieser weckt auch bei den Erwachsenen tiefe Emotionen, denen man sich außerhalb des dunklen Kinosaales nur selten stellt und die weit über das eigentliche Thema hinaus weisen. Ein Plädoyer dafür, inmitten einer Realität, die so ist wie sie eben ist, immer wieder auf die Suche nach dem Reich der Phantasie zu gehen.“
– filmstarts.de

(Wikipedia)